Mit dem Gemeinderat durch den Wald


Bei einer Waldumgehung informierten sich die Bempflinger Gemeinderäte unter anderem über das Eschensterben
Beim Waldumgang in Bempflingen machten sich Gemeinderat, Verwaltung, Jäger und Interessierte ein Bild vom Eschentriebsterben und den Maßnahmen zur Erweiterung des Schutzstreifens der Hochspannungsleitung.

Das allgemeine Eschentriebsterben ist eine besondere Gefährdung für den Bempflinger Gemeindewald, da bei Befall etwa ein Fünftel der Waldfläche betroffen wäre, wie Armin Tomm, Sachgebietsleiter im Kreisforstamt Esslingen, den Teilnehmern beim Waldumgang erklärte. Im Distrikt Hagenbuch zeigte er Auswirkungen an einzelnen Bäumen und informierte über Einzelheiten wie den Pilz „Falsches Weißes Stängelbecherchen“ als Verursacher des Eschensterbens.
Im Bempflinger Wald stehen nur fünf Prozent Nadelbäume, aber 95 Prozent Laubbäume, hauptsächlich Eichen und Eschen, die aber derzeit noch weitgehend verschont geblieben sind. Auf die Frage aus dem Gremium, ob man denn nicht doch etwas vorbeugend gegen das Eschentriebsterben tun könnte, antwortete er: „Ausfegen unter den Bäumen“, was natürlich alle erheiterte, aber jedoch auch zeigte, dass es derzeit kein funktionierendes Mittel gegen den Befall gibt. Der Pilz überwintert auf den abgefallenen, welken Blättern – man müsste alle Blätter entfernen.

Zweites großes Thema beim Waldumgang war die Erweiterung des Schutzstreifens der Hochspannungsleitung im Gebiet „Oberer Hagenbuch“. Der Gemeinderat hatte bereits in seiner Februarsitzung dem Antrag der Transnet BW auf Erweiterung des Schutzstreifens um zehn Meter auf der nördlichen Seite und Einkürzung um zwei Baumreihen auf der südlichen Seite der Hochspannungsleitung zugestimmt. Nun begutachteten die Gemeinderäte, welche Bäume genau gefällt werden müssen. Das ist erforderlich, weil es unterhalb von Stromleitungen sogenannte Schutzstreifen geben muss, also Flächen, die von „aufwachsenden Bäumen“ freigehalten werden müssen. Die Pflege des Schutzstreifens haben in Bempflingen die Jagdpächter übernommen. Nun seien inzwischen am Rande dieses Schutzstreifens die Bäume derart gewachsen, dass die Transnet BW als Betreiber der Leitung Sorge habe, dass Bäume bei einem Sturm in die Leitungen geraten könnten, wie Bürgermeister Bernd Welser erklärte.

Das könnte zu erheblichen Stromausfällen führen. Revierförster Jürgen Ernst, der an den Verhandlungen beteiligt war, wies darauf hin, dass im Schutzstreifen keine normale forstwirtschaftliche Nutzung möglich sei. Zu der dafür an die Gemeinde von der Transnet BW zu zahlenden Entschädigungsleistung, die mit 16 000 Euro berechnet wurde, könne außerdem mit einem höheren Betrag als bisher geplant für den Holzverkauf gerechnet werden. Insgesamt hat Bempflingen einen Holzvorrat von 25 000 Festmetern auf der Waldfläche – der Holzeinschlag liegt nach wie vor im geplanten Bereich.